Rumäniens Gold
Es klingt wie eine Geschichte aus einem Agententhriller des Kalten Krieges. Als vor zwanzig Jahren der Ostblock zusammenbrach, Demokratisierungsbewegungen in einem Land nach dem anderen die Machthaber mehr und mehr unter Druck setzten, verschwanden in Rumänien die gesamten Goldreserven. Auf welchem Wege, war lange unklar. Bis jetzt.
Kurz vor Beginn der Rumänischen Revolution ließ ein ranghoher Funktionär die Goldreserven des Landes ins Ausland zu schaffen. Damit nach einer möglichen Machtübernahme nicht die neuen politischen Kräfte Zugriff auf das Vermögen bekämen, erteilte er die Anweisung, das Gold zu verstecken. Staatskonten kamen dafür natürlich nicht in Frage.
Anfang Dezember 1989, nur noch Tage vor der Revolution, wurden weltweit an öffentlichen rumänischen Gebäuden sämtliche Messingschilder mit dem Staatswappen und den hoheitlichen Insignien des Landes ersetzt. In rund 120 Staaten, zu denen Rumänien diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen unterhielt, wurden an rund 800 Botschaften und Konsulaten neue Schilder angebracht. Tatsächlich handelte es sich nicht um Messing, sondern um den eingeschmolzenen Staatsschatz des Landes.
Jetzt, zwanzig Jahre später, ist es den Drahtziehern von damals gelungen, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, innerhalb von wenigen Stunden fast überall auf der Welt, die wertvollen Schilder zu entfernen. Einige Helfer wurden von Sicherheitskräften erwischt - nur so kam die Wahrheit ans Licht.
Die rumänische Regierung hat nun verfügt, dass vor einer vollständigen Klärung der Angelegenheit nur provisorische Beschriftungen angebracht werden dürfen. Das nachfolgende Foto zeigt das Provisorium im Hamburger Konsulat.
