Currywurst, Kicken, keine Kohle, Kultur

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Ich bin gerade bei Welt.de auf ein sogenanntes “Dossier” über Bochum gestolpert. Als gebürtigem Bochumer steigt dabei schlagartig der Lokalpatriotismus einem Fieber gleich in mir auf; auch wenn ich schon einige Zeit gerne in Hamburg lebe.

Glücklicherweise taucht im Welt-Dossier auf den ersten Blick nicht die Klischee-Kohle auf. Kohlebergbau hab’ ich in Bochum nicht mehr erlebt und den Pott auf die Kohle zu reduzieren, langweilt längst. Was keinesfalls heißen soll, den Stolz auf die Kohlevergangenheit des Reviers und diejenigen, die (außerhalb Bochums, aber innerhalb des Reviers) immer noch Kohle fördern, zu verneinen. Nicht umsonst singt Grönemeyer “dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt” und nicht umsonst thront der Förderturm des Bergbaumuseums über der Stadt. Aber am stärksten spürt man die Vergangenheit heute noch in den Menschen, darin, wie die Kohle die Mentalität der Menschen geprägt hat, denke ich. Schwer zu beurteilen, wenn man selbst “von da wech is”.

Statt der Kohle zeichnet die Welt ein zeitgemäßes Bild. Kultur wird ein Jahr vor der “Kulturhauptstadt Ruhr 2010″ groß geschrieben. Der VfL findet auch Erwähnung. Insofern scheint die Welt (auf den ersten Blick) einen guten Job gemacht zu haben.

Was ich aber nicht finden konnte, ist die Currywurst! Also muss ich die Werbung dafür nachholen. Vergesst Berlin, von Hamburg ganz zu schweigen. Wenn Du eine wirklich, wirklich gute Currywurst willst, geh nach Bochum. – Überall in Bochum? Nein, vermutlich nicht, aber es gibt schon mehr als eine gute Currywurst. Die beste, mit großen Abstand, gibt’s im Bermudadreieck, gegenüber vom Engelbert-Brunnen. Wo früher eine ziemlich heruntergekommen aussehende Bude stand, findet man seit einigen Jahren ein neues, sauberes Holzhäusschen. Doch auch wenn sich die Äußerlichkeiten ändern, die Currywurst ist immer noch die gleiche, das heißt die BESTE! Für mich als Exil-Bochumer ist die Rettung, dass es auf der zugehörigen Webseite (sic!) den Curryshop gibt. Darüber kann man die beste Currysauce der Welt per Versand beziehen. Zwar fehlt dann noch die gute Wurst, aber die Sauce ist schon mal die halbe Miete.

Wer es richtig macht und die Wurst vor Ort isst, kann gleich danach in’s Mandra und Crepes und Live-Musik als Dessert genießen. Glück auf!


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