Wohnraum wird knapp - Immer mehr Iglus in Hamburg
Schon seit einigen Jahren propagiert der Hamburger Senat sein Leitbild der “Wachsenden Stadt“. Kritik gibt es von verschiedenen Seiten. Die Jusos haben ihre Kampagne “Wachsende Stadt - Wachsender Widerstand” genannt.
Wie auch immer man zu den unterschiedlichen Ansichten stehen mag, eins ist klar: Zu einer wachsenden Stadt gehören Menschen. Die müssen irgendwo wohnen. Die Mietpreise jedoch steigen stetig. Im Gegensatz dazu werden immer mehr Gewerbeimmobilien gebaut. Insider begründen das nicht zuletzt mit einer Gesetzgebung, die “völlig an der Realität vorbeigeht”. In Zeiten, in denen ein Immobilienbesitzer Mietnomaden so gut wie nicht aus seinem Eigentum entfernen kann, ist es viel attraktiver, Gewerbeflächen zu schaffen.
Ausbaden müssen es die überwiegend ehrlichen Mieter. Eine Wohnung zu bekommen, grenzt an ein Wunder. Ohne Referenzen und Schufa geht gar nichts. Die Verknappung des Wohnraums wirkt sich natürlich auf die Preise aus.
In Hamburg spitzt sich die Lage zu. Jüngst stürzten sich verzweifelte Mieter nach der Ankündigung einer Mieterhöhung gleich reihenweise aus ihren Fenstern. Zum Glück blieb es bei Knochenbrüchen und anderen, vergleichsweise harmlosen Verletzungen. Und wie reagiert die Stadt? An ersten Gebäuden wurden jetzt Fangnetze angebracht! So behandelt man Symptome, aber nicht die Ursache.
Der kalte Winter hat zu einer überraschenden, aber nur übergangsweisen Entspannung der Situation geführt. Des Miete zahlens Überdrüssige haben sich ihre eigenen “vier Wände” geschaffen, in Form von Iglus.
Der Boom ist so groß, dass die freien Grünflächen in der Hansestadt bereits zur Neige gehen. Nun sind schon die ersten Iglus auf den zugefrorenen Kanälen entstanden.
Hinsichtlich der Iglus sieht man von offizieller Seite keinen Handlungsbedarf. “Das einsetzende Tauwetter wird das Problem lösen.” Bleibt zu hoffen, dass das Tauwetter die Bewohner auf den Kanälen nicht im Schlaf überrascht.


